Freitag, 30. Juli 2010

Denk-mal

Disclaimer & Linkhaftung

Ein Disclaimer ist ein Haftungsausschluss, ein Stück Text, mit dem man ausdrücken will, dass man sich von etwas distanziert (engl. to disclaim = ablehnen). Im Fall von Internetseiten geht es bei dem, wovon man sich distanzieren will, meist um »externe Links«, also um Verweise, die auf Ziele außerhalb des eigenen Web-Projekts führen. Der Grund für den Wunsch, sich vorsichtshalber von externen Links zu distanzieren, liegt darin, dass es Gerichtsurteile gibt, die feststellen, dass der Betreiber einer Website für Links, die er anbringt, auch haftet. Eine endgültige Klärung der Frage nach der Linkhaftung steht allerdings noch aus.

Ein »Generalhaftungsausschluss« nach dem Motto: »Ich lege zwar Links zu allen möglichen Seiten, distanziere mich aber mal vorsichtshalber komplett von allem und jedem« (so wie es auf unzähligen Websites zu lesen ist – achten Sie beim Surfen mal drauf), ist allerdings auch keine Lösung. Häufigstes Beispiel: das vielzitierte externer Link Urteil vom 12. Mai 1998, Az. 312 O 85/98 – »Haftung für Links« des Landgerichts Hamburg (das übrigens externer Link nie rechtskräftig wurde). Die meisten Website-Betreiber haben dieses Urteil missverstanden (oder es kopiert, ohne es jemals gelesen zu haben) und denken: »Mir kann nix mehr passieren, ich hab mich ja distanziert!« Wer das Urteil liest, dem wird auffallen, dass solch ein Universal-Disclaimer nicht ausreicht, um eine Mitverantwortung für verlinkte Inhalte auszuschließen.

Im Gegenteil: Die Aufnahme eines solchen Disclaimers deutet doch eher darauf hin, dass der Betreiber einer Website, der einen Link setzt, schon davon ausgeht oder sogar weiß (und somit billigend in Kauf nimmt), dass die verlinkten Inhalte rechtswidrig sind oder gegen die guten Sitten verstoßen.

Außerdem halte ich nichts davon, unschuldige Website-Autoren durch eine öffentliche Distanzierung ohne Anlass zu diffamieren.

Man sollte sich also überlegen, ob man nun fremde Inhalte verlinken will oder nicht. Wenn man es jedoch tut, muss man auch zu den Inhalten stehen (zumindest in der Form, wie die Inhalte zu dem Zeitpunkt waren, als man sie verlinkt hat).

Die Links, die von dieser Website auf andere Seiten im Internet verweisen, möchten als Empfehlungen verstanden werden. Wenn ich eine Seite empfehle, kann ich mich nicht von ihr distanzieren.


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Quellen und Links

Eine Auswahl der Gesetzestexte, die dem Chaos zugrunde liegen:


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Quelle: Studentenparlament der Evangelischen Fachhochschule Berlin (Hrsg.) (2010). Denk-mal. Internet: http://www.efb-stupa.de/site/denk-mal.php (Zugriff: 30.07.2010, 00:38 Uhr MEZ).

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Quelle: Studentenparlament der Evangelischen Fachhochschule Berlin (Hrsg.) (2010). Denk-mal. Internet: http://www.efb-stupa.de/site/denk-mal.php (Zugriff: 30.07.2010, 00:38 Uhr MEZ).



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